Durchführung der Hörgeräteversorgung bei Hörbehinderten
Die Hörgeräteversorgung stellt nicht nur die einfache Angleichung
der elektroakustischen Daten der Hörhilfe an die tonaudiometrischen
Ergebnisse dar, sondern schließt auch die Persönlichkeit und
die eigenen Fähigkeiten des Patienten mit ein. Es müssen nicht
nur der Hörverlust berücksichtigt werden, sondern auch die durch
den Hörschaden bedingten diversen Wahrnehmungsstörungen.
Die Durchführung der Hörgeräteversorgung ist ein schwieriger Prozeß, bei dem verschiedene Komponenten berücksichtigt werden müssen. Nur der Einsatz von spezifischen Ermittlungen ermöglicht eine Bewertung und einen Vergleich der Effektivität der Hörhilfe bei verschiedenen Anpassungsarten.
Nur der Hörgeräte-Akustiker besitzt durch seine Ausbildung
die notwendigen Fähigkeiten zur Erfüllung dieser Aufgabe, und
nur dieser ist in der Lage, auch eine genaue Dokumentation des Anpassungsvorganges
zu realisieren, damit sein Vorgehen jederzeit nachvollzogen werden kann.
Für die Hörgeräteanpassung bei Kindern gelten zusätzlich
zu oben genannten Anforderungen weitgehend andere Gesichtspunkte, und es
bedarf einer Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Spezialisten, wie in
der Empfehlung 14/1 (Strukturen in der Audiophonologie) beschrieben worden
ist.
Es ist wünschenswert, daß das Protokoll der Hörgeräte-Anpassung
den an der Hörgeräteversorgung beteiligten verschiedenen Personen
weitergeleitet wird.
Diese Empfehlung ist das Ergebnis einer multidisziplinären Zusammenarbeit
im Rahmen des Internationalen Büros für Audiophonologie (BIAP).
Angenommen in erster Lesung. Cascais (Portugal) 05.05.97
Verabschiedet in Aschau (Deutschland) 04.05.98