Biap - Empfehlung 06/7

Durchführung der Hörgeräteversorgung bei Hörbehinderten



Die Hörgeräteversorgung stellt nicht nur die einfache Angleichung der elektroakustischen Daten der Hörhilfe an die tonaudiometrischen Ergebnisse dar, sondern schließt auch die Persönlichkeit und die eigenen Fähigkeiten des Patienten mit ein. Es müssen nicht nur der Hörverlust berücksichtigt werden, sondern auch die durch den Hörschaden bedingten diversen Wahrnehmungsstörungen.
 

Die Durchführung der Hörgeräteversorgung ist ein schwieriger Prozeß, bei dem verschiedene Komponenten berücksichtigt werden müssen. Nur der Einsatz von spezifischen Ermittlungen ermöglicht eine Bewertung und einen Vergleich der Effektivität der Hörhilfe bei verschiedenen Anpassungsarten.

Nur der Hörgeräte-Akustiker besitzt durch seine Ausbildung die notwendigen Fähigkeiten zur Erfüllung dieser Aufgabe, und nur dieser ist in der Lage, auch eine genaue Dokumentation des Anpassungsvorganges zu realisieren, damit sein Vorgehen jederzeit nachvollzogen werden kann.
 

Für die Hörgeräteanpassung bei Kindern gelten zusätzlich zu oben genannten Anforderungen weitgehend andere Gesichtspunkte, und es bedarf einer Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Spezialisten, wie in der Empfehlung 14/1 (Strukturen in der Audiophonologie) beschrieben worden ist.
 

Es ist wünschenswert, daß das Protokoll der Hörgeräte-Anpassung den an der Hörgeräteversorgung beteiligten verschiedenen Personen weitergeleitet wird.
 

Diese Empfehlung ist das Ergebnis einer multidisziplinären Zusammenarbeit im Rahmen des Internationalen Büros für Audiophonologie (BIAP).
 
 
 

Angenommen in erster Lesung. Cascais (Portugal) 05.05.97

Verabschiedet in Aschau (Deutschland) 04.05.98