BIAP - Empfehlung 23-1

Untersuchungsmethoden in der Audiophonologie





Das BIAP hat der Technischen Kommission 23 die Aufgabe erteilt, eine Bestandsliste der Untersuchungsmethoden in der Audiophonologie zu erstellen.

Diese Empfehlung 23/1 hat den Zweck, die wichtigsten Prüfmethoden zusammenzustellen, die zur Erkennung und Diagnostik von Hörstörungen bei Erwachsenen und Kindern beitragen.

Er beinhaltet die Auflistung der wichtigsten akumetrischen und tonaudiometrischen Schwellenmessungen und überschwellige Tests, der Sprachaudiometrie und der objektiven Audiometrie, welche die Erkennung und Aufzeichnung der Größen beinhaltet, die die Funktionsfähigkeit des auditiven Systems nachweisen (Impedanzmessung, otoakustische Emissionen, auditiv evozierte Potentiale und andere).

Jede Untersuchungstechnik wird analysiert in Bezug auf ihr Prinzip, die Durchführungsbestimmung („Protokoll"), in Bezug auf ihre Indikationen und ihren Stellenwert im Rahmen der Höruntersuchung. Sie wird ferner nach gewissen Kriterien definiert wie dem angestrebten Ziel, dem Alter, in dem sie ausgeführt werden kann, ihren Kosten (unter Berücksichtigung der nötigen Investitionen, der erforderlichen Anwendungszeit und der Qualifikation des Personals) und ihrer Aussagekraft. Schließlich wird jede dieser Untersuchungen vom BIAP empfohlen oder nicht empfohlen.

Das Verzeichnis aller dieser Untersuchungen, die hier vorgestellt werden, ist in dem Anhang aufgeführt.

Das Internationale Büro für Audiophonologie empfiehlt ferner, daß diese Untersuchungen von einem Personal durchgeführt werden, das eine offiziell anerkannte Ausbildung nachweisen kann.



Anhänge auf Anfrage 5. Mai 1997

Lissabon (Portugal)



Bestandsverzeichnis der audiologischen Untersuchungen



Jeder Untersuchung wird eine Tabelle mit Zahlen zugeordnet, die bestimmte Merkmale beschreibt. Die Bedeutung dieser Notierungen ist in der folgenden Legende erklärt:

Erklärung der Schlüsselzahlen bei der Bewertung:

Aufgabenstellung: 1 = Abschätzung des Hörverlustes

2 = Lokalisation der Hörstörung

3 = 1 + 2

Anwendungsalter: 1 = Erste 10 Tage

2 = 10 Tage bis 24 Monate

3 = 24 Monate bis 4 Jahre

4 = 4 Jahre bis 15 Jahre

5 = Mehr als 15 Jahre

Kosten: 1 = aufwendig

2 = wenig aufwendig

Zuverlässigkeit: G = gering

M = mäßig

H = hoch

BIAP-Empfehlung: E = empfohlen

N = nicht empfohlen

Ex = nur ausnahmsweise zu empfehlen





A Akumetrie



AA Akumetrie mit Tönen



AA1 Tonakumetrie mit Stimmgabel



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 4+5 2 H E


Prinzip: Vergleichende Abschätzung der Wahrnehmung über Luft- und Knochenleitung (Rinne) und Feststellung der Lateralisation mittels Knochenleitung (Weber).

Durchführung: Tongebung mit verschiedenen Stimmgabeln vor dem äußeren Gehörgang und durch Aufsetzen auf den knöchernen Schädel.

Indikation und Stellenwert: Zur diagnostischen Orientierung auf den klinischen Gebrauch beschränkt.

















AA2 Akumetrie mittels einer Uhr



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 1 4+5 2 G N


Prinzip: Abschätzung der Wahrnehmung von Uhrenticken.

Durchführung: Halten einer Uhr in die Nähe des Ohres.

Indikation und Stellenwert: Anwendung nicht empfohlen.







AA3 Akumetrie mittels gebräuchlicher, nicht geeichter Geräusche



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 1 1-5 2 M E


Prinzip: Abgabe von akustischen Signalen, die dem Patienten geläufig sind.

Durchführung: Beobachtung des Verhaltens des Patienten.

Indikation und Stellenwert: Qualitative, jedoch nicht quantitative Orientierung.







AA4 Akumetrie mit Klang- und Geräuschspielzeugen und ausgewählten

gebräuchlichen Geräuschen



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 1 1+2+3 2 M E


Prinzip: Abgabe von in Bezug auf die Fequenz und die Intensität kalibrierten Tonsignalen; z.B. BOEL-Test, Batterie von BOREL-MAISONNY, EWING, MOATTI-Spielzeugkasten usw.

Durchführung: Beobachtung des Verhaltens des Patienten.

Indikation und Stellenwert: Qualitative und quantitative Orientierungsdiagnostik.







AB Akumetrie mit Sprache



AB1 Mündliche Akumetrie



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 1 2-5 2 M E


Prinzip: Bewertung der Wahrnehmung und der Diskrimination von Sprachsignalen.

Durchführung: Antwort des Patienten auf die vom Prüfer mit verschiedenen Intensitäten vorgesprochenen Sprachsignale (Flüstersprache; leise, mittelstarke und laute Umgangssprache)

Indikation und Stellenwert: Qualitativer und quantitativer Zugang zur Hörfähigkeit des Patienten.



AB2 Benennungs-Akumeterie mit Sprache



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 1 2-4 2 M E


Prinzip: Bewertung der Wahrnehmung und des Unterscheidungsvermögens von Sprachelementen.

Durchführung: Benennung von Bildern und Gegenständen nach sprachlicher Aufforderung durch den Prüfer.

Indikation und Stellenwert: Nützlich vor allem bei kleinen Kindern.







AB3 Rufreaktionen



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 1 2+3 2 M E


Prinzip: Abschätzung der Reaktionen des Patienten auf Anruf.

Durchführung: Abgabe von der in der Intensität wechselnden Rufbotschaften vom Prüfer oder von einer dem Patienten bekannten Person (z.B. Vornamen, Beinamen, Fragen).

Indikation und Stellenwert: Vor allem bei kleinen Kindern, um einen quantitativen Zugang der Hörfähigkeit zu erhalten.







B Tonaudiometrie



BA Schwellenaudiometrie mit Tönen



Allgemeines Prinzip: Ermittlung der Hörschwellen für Töne, die mittels eines Audiometers angeboten werden.

Allgemeine Indikation und Stellenwert: Grundprüfung der Hörfähigkeit.







BA1 Stimulationsweise



BA1a Luftleitungsaudiometrie mittels Kopfhörer



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 3-5 2 H E


Prinzip: Bestimmung der Hörschwellen über Luftleitung mittels Kopfhörer, jedes Ohr für sich.

Durchführung: Subjektive Gehörprüfung, auf die Mitarbeit des Parienten gestützt, in schalldichter Kabine.

Indikation und Stellenwert: Grundelement der Hörprüfungen.



BA1b Knochenleitungsaudiometrie



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 3-5 2 H E


Prinzip: Bestimmung der Hörschwellen über Knochenleitung und nach RINNE durch Vergleich mit den Luftleitungsschwellen.

Durchführung: Ermittlung der subjektiven Hörschwellen über Knochenleitung (Reizung mittels eines auf das Mastoid aufgesetzten Vibrators).

Indikation und Stellenwert: Grundelement der Tonaudiometrie, trägt durch Vergleich mit den Luftleitungs-Hörschwellen zur Topodiagnostik bei.







BA1c Bing-Test (nach Sullivan)



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 2 4+5 2 M N


Prinzip: Vergleich der absoluten und relativen Hörschwellen für Knochenleitung.

Durchführung: Bestimmung der Hörschwellen für Knochenleitung mit offenem und mit geschlossenem Gehörgang.

Indikation und Stellenwert: Dient der Feststellung der Beweglichkeit der Gehörknöchelchenkette.





BA1d Tonaudiometrie im Freifeld



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 2-5 2 H E


Prinzip: Bestimmung der binauralen Hörschwellen des Patienten im freien Schallfeld.

Durchführung: Subjektive Untersuchung unter Mitwirkung des Patienten unter Abgabe der Signale mittels eines oder mehrerer Lautsprecher in einem schalldichten Raum.

Indikation und Stellenwert: Methode zur Prüfung des Gesamtgehörs vor allem beim Kind und bei der Hörgeräte-Anpassung.









BA2 Art der Antwort des Patienten



BA2a Direkte Antwort



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 3-5 2 H E


Prinzip: Freiwillige Antwort des Patienten.

Durchführung: Antwort des Patienten entsprechend den Tonreizen.

Indikation und Stellenwert: Grundsätzliche Art der Antwort in der Tonaudiometrie.



BA2b Konditionierte Spielaudiometrie, z.B. Peep-Show



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 3+4 2 H E


Prinzip: Durch Spielen konditionierte Tonaudiometrie.

Durchführung: Nach Konditionierung des Patienten auf einen Hörreiz erfolgt Feststellung der Hörschwelle (bei hochgradiger Schwerhörigkeit: Möglichkeit der Konditionierung zunächst mit Vibratoren).

Indikation und Stellenwert: Grundsätzliche Art und Weise der Konditionierung und der Antwort in der Kinderaudiometrie.







BA2c Konditionierte Spielaudiometrie unter Einbeziehung des Orientierungsreflexes



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 1 2-4 2 M E


Prinzip: Antwort nach Konditionierung des Patienten mittels simultaner visueller und auditiver Stimulation aus verschiedenen Richtungen.

Durchführung: Nach Konditionierung erfolgt Bestimmung der Reaktionsschwellen für Tonreize, denen eine visuelle Belohnung folgt.

Indikation und Stellenwert: Grundsätzliche Art und Weise der Konditionierung und

Antwort bei der Untersuchung kleiner Kinder.







BA2d Beobachtung des Verhaltens des Kindes



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 1 1-3 2 M E


Prinzip: Beobachtung von Änderungen im Verhalten des Kindes bei Schallreizen.

Durchführung: Aufzeichnung der Reaktionsschwellen bei Schallreizen.

Indikation und Stellenwert: Methode zur Bestimmung des Hörbereichs bei sehr kleinen Kindern, die nicht oder noch nicht konditioniert werden können.







BA2e Methode der automatisierten Antwort (BÉKÉSY)

s. BA3f



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 5 1 M E


Prinzip: Automatische Darbietung einer Frequenzfolge, deren Intensität vom Patienten geregelt wird.

Durchführung: Vom Patienten ermittelte auf- und absteigende Hörschwellen für kontinuierlich veränderte Frequenzen.

Indikation und Stellenwert: Kann in den Rahmen einer globalen audiometrischen Untersuchung einbezogen werden, namentlich zur Ermittlung von Skotomen, Recruitment, retrocochleären Schäden und zur Überprüfung von Simulanten.







BA3 Art der Stimulation



BA3a Reine Töne in diskreten Frequenzen



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 2-5 2 H E


Prinzip: Aufeinanderfolgende Darbietung von reinen Tönen (Sinustönen), gepulst oder ungepulst.

Durchführung:

Indikation und Stellenwert: Basisreiz der Tonschwellen-Audiometrie mit Kopfhörern.





BA3b Frequenzmodulierte reine Töne



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 1-5 2 H E


Prinzip: Aufeinanderfolgende Darbietung von frequenzmodulierten Tönen zur Vermeidung stehender Wellen.

Durchführung:

Indikation und Stellenwert: Eine der grundsätzlichen Arten der Signalgebung bei der Tonaudiometrie im freien Schallfeld.





BA3c Reine Töne hoher Frequenz (Hochton-Audiometrie)



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 1 4+5 1 M E


Prinzip: Darbietung reiner Töne über 8000 Hz.

Durchführung: Wie BA1a.

Indikation und Stellenwert: Kann zur audiometrischen Untersuchung beitragen, vor allem bei einer beginnenden cochleären Schädigung.





BA3d Weißes Rauschen



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 1 1-5 2 H E


Prinzip: Darbietung eines Geräusches, das aus dem gesamten hörbaren Frequenzbereich in zufälliger Verteilung besteht.

Durchführung:

Indikation und Stellenwert: Dient vorwiegend der Vertäubung.

BA3e Gefiltertes weißes Rauschen



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 1 1-5 2 H E


Prinzip: Darbietung von Rauschbändern variabler Breite, gefiltert aus weißem Rauschen.

Durchführung:

Indikation und Stellenwert: Für die Neugeborenen-Audiometrie, zur Vertäubung. Ebenfalls eine der grundsätzlichen Verfahren für die Tonaudiometrie im freien Schallfeld.





BA3f Automatischer kontinuierlicher Frequenzdurchlauf (BÉKÉSY)

(siehe auch BA2e)



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 5 1 M E


Prinzip: Dauernde Folge von reinen Tönen, gepulst oder ungepulst.

Durchführung: Vom Patienten ermittelte auf- und absteigende Hörschwellen für kontinuierlich veränderte Frequenzen.

Indikation und Stellenwert: Kann in den Rahmen einer globalen audiometrischen Untersuchung einbezogen werden, namentlich zur Ermittlung von Skotomen, Recruitment, retrocochleären Schäden und zur Überführung von Simulanten.



BA4 Vertäubung



BA4a Vertäubung über Luftleitung



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 4+5 2 H E


Prinzip: Maskieren des kontralateralen Ohres über Luftleitung.

Durchführung: Darbietung eines gefilterten oder ungefilterten weißen Rauschens, dessen Intensität eine wirksame Maskierung des vertäubten Ohres ermöglicht ohne Vertäubung des geprüften Ohres.

Indikation und Stellenwert: Unerläßlich für die Ermittlung der Knochenleitungsschwellen und teilweise auch der Luftleitungsschwellen; vermeidet die Aufzeichnung von Phantomkurven.



BA4b Vertäubung über Knochenleitung



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 4+5 1 M E


Prinzip: Maskierung des geprüften Ohres über Knochenleitung (RAINVILLE, JERGER).

Durchführung: Auf dem geprüften Ohr gleichzeitige Darbietung eines Tones über Luftleitung und eines weißen Rauschens über Knochenleitung, was es ermöglicht, die Knochenleitungs-Hörschwelle zu bestimmen.

Indikation und Stellenwert: Unentbehrlich für die Ermittlung der Knochenleitungs-Hörschwelle, wenn die effektive Vertäubung des kontralateralen Ohres über Luftleitung nicht möglich ist. Die Luftleitungs-Hörschwellen müssen vorher bekannt sein.





BB Überschwellige Audiometrie



BB1 Untersuchung von Störungen der Intensitätsempfindung



BB1a FOWLER-Test



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 2 4+5 2 M E


Prinzip: Prüfung der Gleichheit der Lautheitsempfindung auf beiden Ohren bei überwiegend einseitiger Schwerhörigkeit.

Durchführung: Auf jedem Ohr gleichzeitige oder alternierende Darbietung eines reinen Tones gleicher Frequenz, jedoch verschiedener und auf einem Ohr zunehmender Intensität bis zur Empfindungsgleichheit in beiden Ohren.

Indikation und Stellenwert: Bestimmung von Recruitment im Falle einer erheblichen Seitendifferenz.





BB1b REGLER-Test



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 2 4+5 1 G N


Prinzip: Bestimmung der gleichen Lautheit von zwei reinen Tönen unterschiedlicher Frequenz am gleichen Ohr.

Durchführung: An einem Ohr werden alternierend zwei reine Töne deutlich unterschiedlicher Frequenz dargeboten und bis zum Erreichen gleicher Lautheit in der Lautstärke verändert.

Indikation und Stellenwert: Feststellung von Recruitment auf jedem Ohr für sich im Falle, daß der FOWLER-Test nicht durchführbar ist; manchmal auch bei der Hörgeräte-Anpassung nützlich.



BB1c LÜSCHER-Test



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 2 4+5 2 G E


Prinzip: Bestimmung der Unterschiedsschwellen für Lautstärkenänderungen bei verschiedenen Frequenzen.

Durchführung: Darbietung von reinen Tönen mit abnehmender Intensitätsmodulation, bis der Patient das Verschwinden der Modulation meldet.

Indikation und Stellenwert: Feststellung von Recruitment, insbesondere in Fällen von beiderseits erheblichen Hörverlusten. Sehr nützlich bei der Hörgeräte-Anpassung zur Bestimmung des Kompressionsfaktors.

BB1d JERGER-Test (SISI)



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 2 4+5 2 M E


Prinzip: Untersuchung der Empfindlichkeit für kleine Intensitäts-Änderungen.

Durchführung: Darbietung eines Dauertones, dessen Intensität kurzfristig um 1 dB in zufälligen Abständen steigt, und Angabe der wahrgenommenen Schwankungen in Prozent.

Indikation und Stellenwert: Feststellung von Recruitment, insbesondere in Fällen mit erheblichem Hörverlust.





BB1e LANGENBECK-Test



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 2 4+5 1 M E


Prinzip: Bestimmung der Hörschwelle für reine Töne in einem Geräusch.

Durchführung: In Anwesenheit eines Schmalbandgeräusches gleicher Mittenfrequenz wird die Hörschwelle für die einzelnen Tonfrequenzen bestimmt.

Indikation und Stellenwert: Bestimmung des Recruitment unter Geräusch.







BB1f Unbehaglichkeitsschwelle



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 2 3-5 2 M E


Prinzip: Bestimmung der sugjektiven Unbehaglichkeitsschwellen im gesamten Hörfeld.

Durchführung: Darbietung des Tonsignals mit zunehmender Intensität bis zur subjektiven Unbehaglichkeitsempfindung.

Indikation und Stellenwert: Bestimmung von Recruitment. Unverzichtbar bei der Hörgeräte-Anpassung. Ermöglicht die Bestimmung des Dynamikbereiches.





BB1g Schwelle angenehmen Hörens



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 1 4+5 2 M E


Prinzip: Bestimmung der Schwelle oder des Bereichs angenehmen Hörens.

Durchführung: Darbietung eines Signales zur Bestimmung des subjektiv angenehmen Bereichs durch den Patienten.

Indikation und Stellenwert: Nützlich bei der Hörgeräte-Anpassung zur Feststellung des Hörgewinns.







BB1h METZ-Test (siehe DC3)



BB2 Untersuchung der zeitlichen Veränderung in der Wahrnehmung



BB2a CARHART-Test (Tone decay test)



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 2 4+5 2 M E


Prinzip: Untersuchung der fortschreitenden Tonschwellenerhöhung.

Durchführung: Darbietung eines reinen Dauertones nahe der Hörschwelle und Beobachtung seines Verschwindens.

Indikation und Stellenwert: Zur Untersuchung der pathologischen Adaptation als Zeichen einer retrocochleären Schädigung.





BB2b Prüfung der Hörermüdung (TTS)



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 1 4+5 2 G N


Prinzip: Untersuchung der zeitlichen Änderung der Hörschwelle.

Durchführung: Messung der Hörschwellenerhöhung und der Dauer der Rückbildung nach Stimulation mit Geräuschen hoher Intensität.

Indikation und Stellenwert: Kann zur Untersuchung der Vulnerabilität des Gehörs benutzt werden.



BB2c Reflex decay test (siehe DC1)



BB3 Untersuchungen der zeitlichen Differenzierung



BB3a Unterschiedsschwelle für die Signaldauer



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 1 4+5 1 M E


Prinzip: Untersuchung des zeitlichen Trennungsvermögens von zwei rasch aufeinanderfolgenden Clicks.

Durchführung: Abwechselnde Darbietung von 2 Clicks auf dasselbe Ohr im Bereich angenehmen Hörens und mit gleicher Intensität, und Bestimmung des minimalen zeitlichen Abstandes, der notwendig ist, damit die beiden Clicks getrennt wahrgenommen werden.

Indikation und Stellenwert: Nützlich zur Bestimmung des Unterscheidungsvermögens des Patienten.













BB4 Prüfungen zur Frequenzunterscheidung



BB4a Frequenz-Unterschiedsschwelle



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 1 4+5 1 M E


Prinzip: Untersuchung des Frequenzunterscheidungsvermögens zwischen zwei reinen Tönen unterschiedlicher Frequenz.

Durchführung: Darbietung im selben Ohr von zwei reinen Tönen gleicher Intensität im Bereich angenehmen Hörens, wobei die Frequenz des einen Tones unverändert bleibt, während die des anderen Tones verändert wird, um den minimalen erforderlichen Unterschied zur deutlichen Wahrnehmung von zwei verschiedenen Frequenzen zu bestimmen.

Indikation und Stellenwert: Nützlich zur Bestimmung der Diskriminationsfähigkeit des Patienten.





BB4b Tuningkurven



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 2 4+5 1 M E


Prinzip: Psychoakustische Prüfung der Frequenzselektivität.

Durchführung: Bestimmung der Intensitäten, die in verschiedenen Frequenzen zur Verdeckung einer bestimmten Frequenz notwendig sind.

Indikation und Stellenwert: Untersuchung von cochleären Schädigungen.





BB4c Untersuchung von Verzerrungen in der Tonhöhenwahrnehmung



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 2 4+5 2 M E


Prinzip: Prüfung der Wahrnehmung gleicher Tonhöhe.

Durchführung: Darbietung eines Tones in beide Ohren und nachfolgend einseitig Frequenzänderung bis zur gleichen Tonhöhenwahrnehmung.

Indikation und Stellenwert: Untersuchung von cochleären Schädigungen.





BB5 Analyse der Ohrgeräusche



BB5a Subjektive Beschreibung



Prinzip: Anamnese der Ohrgeräusche.

Durchführung: Bewertung der subjektiven Beschwerden des Patienten.

Indikation und Stellenwert: Nützlich zur Prüfung der Äthiologie, der Entwicklung und der psychologischen Auswirkungen des Ohrgeräusches.





BB5b Intensität, Frequenz usw.



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 4+5 2 M E


Prinzip: Bestimmung der physikalischen Merkmale der Ohrgeräusche.

Durchführung: Darbietung von Reizen (Töne und Geräusche), um gleichartige Wahrnehmungen wie das Ohrgeräusch zu erzeugen.

Indikation und Stellenwert: Bestandteil der Diagnostik und der Therapiekontrolle.





BB5c Verdeckung der Ohrgeräusche



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 4+5 2 M E


Prinzip: Untersuchung der Verdeckbarkeit der Ohrgeräusche.

Durchführung: Darbietung von Reizen (reine Töne oder Geräusche) und Bestimmung der Intensität und der Frequenz, die für die Verdeckung des Ohrgeräusches erforderlich sind.

Indikation und Stellenwert: Bestandteil der Diagnostik und Behandlung.







C SPRACHAUDIOMETRIE



Allgemeines Prinzip



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 2-5 1 H E


Prinzip: Ermittlung der Wahrnehmungsfähigkeit und des Verständnisses für esprochene Sprache, die über eine Verstärkungsanlage angeboten wird, sowohl in bezug auf das Begreifen als auch die Zuordnung ihres Inhaltes.

Durchführung: Abstrahlung mit verschiedenen Intensitäten und mit unterschiedlichen Sprachbestandteilen sowie Ermittlung der Verständnisrate (siehe auch ISO 8253/3).

Indikation und Stellenwert: Wichtige Ergänzung der Tonaudiometrie.





CA Sprachaudiometrische Verfahren



CA1 Sprachaudiometrie mittels Kopfhörer



CA1a monaural



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 3-5 1 H E






Prinzip: Einohrige Prüfung des Sprachgehörs über Luftleitung.

Durchführung: Mittels Kopfhöhrer werden die Sprachsignale auf ein Ohr abgestrahlt, ohne oder mit kontralateraler Vertäubung.

Indikation und Stellenwert: Bestimmung des sprachaudiometrischen Hörverlustes für jedes Ohr getrennt. Grundlegender Test insbesondere für die Indikation und für die Kontrolle einer Hörgeräte-Anpassung.



CA1b binaural



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 3-5 1 H E


Prinzip: Beidohrige Prüfung des Sprachgehörs über Luftleitung.

Durchführung: Die gleichartigen Sprachsignale werden gleichzeitig auf beide Kopfhörer gegeben mit gleicher Lautstärke oder nach Anpassung an unterschiedliche Hörverluste beider Ohren.

Indikation und Stellenwert: Kontrolle der Ergebnisse der Tonaudiometrie. Voraussage für den möglichen Erfolg einer beidohrigen Hörgeräte-Versorgung.





CA2 Sprachaudiometrie über Knochenleitung



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 2 3-5 1 H Ex


Prinzip: Bestimmung des Sprachverstehens über Knochenleitung für jedes einzelne Ohr.

Durchführung: Übertragung der Sprachsignale über Knochenleiter mit oder ohne konralaterale Vertäubung.

Indikation und Stellenwert: Prüfung der Leistungsfähigkeit des Innenohres für das Sprachgehör bei kombinierter Schwerhörigkeit, insbesondere in Hinblick auf eine chirurgische Indikationsstellung oder die Anpassung von Knochenleitungs-Hörgeräten.







CA3 Sprachaudiometrie im freien Schallfeld



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 2-5 2 H E


Prinzip: Bestimmung des Grades des Sprachverstehens über Luftleitung für beide Ohren gleichzeitig.

Durchführung: Abstrahlung der Sprachsignale über 1 oder mehrere Lautsprecher mit kalibrierter Lautstärke mit oder ohne Störgeräusch (siehe ISO 8253/1+2).

Indikation und Stellenwert: Zur Abschätzung der Fähigkeit zum beidohrigen Sprachverständnis.

Grundlegender Test für die Indikation und Kontrolle einer Hörgeräte-Anpassung.









CA4 Sprachgehörprüfung mit Wortlisten über Mikrofon



CA4a mit oder ohne Lippenabsehen



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 2-5 2 H E

Prinzip: Direkte Ansprache durch den Untersucher.

Durchführung: In einer Doppelkabine spricht der Untersucher mit offenem oder verdecktem Gesicht ins Mikrofon. Die Stimme wird mit einem Pegelmesser kontrolliert, die Intensität des Sprachmaterials wird durch einen Verstärker geregelt.

Indikation und Stellenwert: Dieses Testverfahren wird von ISO 8253 nicht empfohlen wegen der Schwierigkeit, die Ausgangspegel zu standardisieren.

Spezielle Anwendung in Fällen, in denen eine besondere Eingewöhnung der Testperson erforderlich ist (Kinder, Greise, Fremdsprachigkeit) oder zur Untersuchung der Fähigkeit zum Lippenablesen.





CA4b Sprachgehörüberprüfung mit visueller Ergänzung



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 2-5 2 H E


Prinzip: Einbeziehung ergänzender Möglichkeiten zur Beobachtung von Gesicht und Lippen bei der Ansprache.

Durchführung: In der Doppelkabine oder unter Verwendung eines Videosystems spricht der Untersucher mit offenem Gesicht mit begleitenden Gebärden.

Indikation und Stellenwert: Untersuchung möglicher Ergänzungen des Absehens.





CA5 Eingespielte Listen für Sprachaudiometrie



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 2-5 1 H E


Prinzip: Verwendung von standardisierten Listen von Sprachtest-Material für die Sprachgehörprüfung (in Übereinstimmung mit den Anweisungen in ISO 8253/3).

Durchführung: Darbietung des eingespielten Sprachmaterials bei verschiedenen Lautstärken.

Indikation und Bewertung: Unentbehrlich bei Fehlen einer Doppelkabine und läßt darüber hinaus eine strenge Standardisierung der Aufzeichnungen zu.





CA6 Sprachgehörprüfung mit kontralateraler Vertäubung





Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 3-5 1 H E






Prinzip: Versucht, das nicht geprüfte Ohr auszuschalten.

Durchführung: Vertäubung nach dem Prinzip der Tonaudiometrie über Luftleitung oder über Knochenleitung.

Indikation und Bewertung: Unentbehrlich bei Überhören zum nicht geprüften Ohr.





CA7 Sprachgehörprüfung mit Störgeräuschen





Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 4+5 2 M E


Prinzip: Abschätzung des störenden Einflusses eines Geräusches.

Durchführung: Ergänzung bei der Durchführung der Freifeldaudiometrie (CA3) durch Abstrahlung von Störgeräuschen vom Azimuth oder auch aus 45° in einer Lautstärke, die nach den Normen der spezifischen Untersuchungsbedingungen nicht verdeckt.

Indikation und Stellenwert: Sehr gebräuchlich im Rahmen der Hörgeräte-Anpassung.





CB Das Sprachmaterial



Prinzip: die verwendeten Reize sollen genormt sein, damit sie dem Sprachniveau des Hörers angepaßt werden können und einen gleichbleibenden Sprachpegel aufweisen.





CB1 Geschlossene, veränderbare und offene Listen



CB1a Geschlossene Listen



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 1 2-5 1 H E


Durchführung: Darbietung von Sprachmaterieal oder Listen, die dem Patienten voher bekannt gemacht worden sind.

Indikation und Bewertung: 1. Schwierigkeitsstufe der Sprachgehörprüfung





CB1b Veränderbare Listen



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 1 3-5 1 H E


Durchführung: Darbietung von Sprachmaterial oder Listen, bei denen die Thematik dem Patienten bekannt ist.

Indikation und Bewertung: 2. Schwierigkeitsstufe der Sprachgehörprüfung.











CB1c Offene Listen



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 1 3-5 1 H E


Durchführung: Darbietung von Sprachmaterial oder Listen, die dem Patienten vorher

nicht bekannt sind.

Indikation und Bewertung: 3. Schwierigkeitsstufe der Sprachgehörprüfung.







CB2 Sätze und Texte



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 1 2-5 1 M E


Durchführung: Darbietung von Gruppen syntaktisch miteinander verbundener Worte.

Indikation und Bewertung: 1. Schwierigkeitsstufe der Sprachgehörprüfungen.





CB3 Wörter



CB3a Mehrsilbige Wörter = Mehrsilber



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 1 2-5 1 H E

Durchführung: Sprachgehörprüfung mit 2- oder mehrsilbigen Wörtern der Alltagssprache.

Indikation und Stellenwert: 2. Schwierigkeitsstufe der Sprachgehörprüfungen.





CB3b Einsilbige Wörter = Einsilber



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 1 2-5 1 H E


Durchführung: Sprachgehörprüfung mit Einsilbern der Alltagssprache.

Indikation und Bewertung: 3. Schwierigkeitsstufe der Sprachgehörprüfungen.





CB4 Logatome



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 1 3-5 1 M Ex


Durchführung: Darbietung von künstlichen Phonemzusammensetzungen ohne Sinninhalt.

Indikation und Stellenwert: 4. Schwierigkeitsstufe der Sprachgehörprüfungen.



CC Methoden der Sprachaudiometrie



CC1 Prüfung des Sprachverstehens



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 2-5 1 H E


Prinzip: Ermittlung des prozentualen Anteils an korrekt wiederholten Sprachsignalen in Abhängigkeit von der Lautstärke.

Durchführung: Man benutzt vorzugsweise Listen von Zweisilbern gleicher Schwierigkeit und phonetischer Zusammensetzung wie die Phoneme der Sprache des Patienten. Die Prüfung bestimmt die Lautstärke, bei der 50% der Wörter richtig wiederholt werden, ferner den maximal erreichbaren Prozentwert des Sprachverstehens und die Lautstärke, die hierfür erforderlich ist, die Hörschwelle und die Verzerrungsschwelle (= Unbehaglichkeitsgrenze).

Indikation und Bewertung: Grundlegende Prüfung der Sprachaudiometrie.







CC2 Prüfung der Diskrimination



CC2a Prüfung der cochleären Funktion und des Recruitments nach

J.C. Lafon



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 4+5 1 H E


Prinzip: Identifikation bestimmter Phoneme in Abhängigkeit von der Fehlerwahrscheinlichkeit bei cochleären peripheren Veränderungen.

Durchführung: Darbietung von offenen Listen bestehend aus 17 Wörtern mit je 3 Phonemen an der Hörschwelle und überschwellig.

Ermittlung des Prozentsatzes an phonetischen Fehlern ohne und mit Hörgerät.

Indikation und Bewertung: Ergänzung zur Ermittlung der auditiven Funktion und/oder des prothetischen Erfolgs.





CC2b Messung der prozentualen Diskrimination (Speech discrimination score)



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 4+5 1 H E


Prinzip: Identifikation bestimmter Phoneme in Abhängigkeit von der Fehlerwahrscheinlichkeit bei peripheren cochleären Veränderungen.

Durchführung: Darbietung von Einsilber-Listen bei einer Lautstärke von 30dB über der Sprachverständnisschwelle. Bestimmung der Zahl der erkannten Phoneme.

Indikation und Bewertung: Ergänzung zur Ermittlung der auditiven Funktion und /oder des prothetischen Erfolgs.





CC3 Prüfung der Integration



Prinzip: Ermittlung der Fähigkeit, Sprache zu verstehen bei herabgesetzter Redundanz, mit dem Ziel, Schwierigkeiten bei der Integration mündlicher Mitteilungen zu erkennen.



CC3a Prüfung der Integration nach J.C. Lafon



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 2 4+5 2 H E


Durchführung: Darbietung von Listen, bestehend aus Wörtern mit 3 Phonemen, bei 90 dB, monaural oder binaural, ohne und mit Störgeräusch bei 80 dB. Berechnung der Zahl „genutzter" Phoneme, die vorher bestimmt wurden.





CC3b Dichotischer Test



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 2 4+5 2 H E


Durchführung: Gleichzeitige Darbietung unterschiedlicher Sprachsignale für beide Ohren. Berechnung der Zahl der beiderseits erkannten Items.





CC3c Prüfung mit gefilterter Sprache



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 2 4+5 2 G Ex


Durchführung: Darbietung von Sprachsignalen mit einem durch Filterung reduzierten Frequenzspektrum. Berechnung der Verstehensrate.





CC3d Prüfung mit unterbrochener oder wechselnder Sprache



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 2 4+5 2 G Ex


Durchführung: Monaurale und/oder binaurale Darbietung von Sprachsignalen mit Unterbrechung in einer Frequenz oder wechselnd zwischen 1 und 12 Hz.

Abschätzung der Veränderung der Verständlichkeit.







CC3e Prüfung mit verlangsamter oder beschleunigter Sprache



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 2 4+5 2 H Ex


Durchführung: Monaurale und/oder binaurale Darbietung von Sprachsignalen mit verlangsamter oder beschleunigter Wiedergabe im Verhältnis 1:2 ohne spektrale Veränderung.

Abschätzung der Veränderung der Verständlichkeit.

Indikation und Stellenwert: Verwendung bei Verdacht auf eine Veränderung der zentralen Bahnen.





CC4 Prüfung zur Erkennung von Simulation oder Aggravation.

(„Verschlimmerungstendenz")



CC4a Lombard-Test



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 1 4+5 1 M Ex


Durchführung: Nachweis einer Anhebung der Sprachlautstärke bei Perzeption eines verdeckenden Geräusches.





CC4b Prüfung mit verzögerter Sprache



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 1 4+5 2 M Ex


Durchführung: Nachweis von Sprachflußstörungen beim Patienten bei Perzeption seiner eigenen Sprache mit 200ms Verzögerung.

Indikation und Bewertung: Müssen mit anderen Prüfungen zur Erkennung von Simulation und Aggravation verknüpft werden.









D IMPEDANZMESSUNG



DA Tympanometrie



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 2 1-5 2 H E


Prinzip: Abschätzung des Absorptionsvermögens des Trommelfell-Gehörknöchelchen- Apparates in Abhängigkeit von künstlich herbeigeführten Luftdruckänderungen im äußeren Gehörgang.

Durchführung: Das Trommelfell muß dicht sein. Die Änderung des Luftdrucks, gewöhnlich zwischen +200 und -400 mmH2O, erlaubt es, den Druck in den Mittelohrräumen abzuschätzen.

Indikation und Stellenwert: Basisuntersuchung innerhalb jeder audiometrischen Bestandsaufnahme.





DA1 Sondenton (220, 660....., Mehrfachfrequenzen)



Prinzip: Das Absorbtionsvermögen des Trommelfell-Gehörknöchelchen-Apparates wird abgeschätzt anhand der reflektierenden Wellen eines reinen Tones oder eines Sondentones, abgestrahlt im äußeren Gehörgang.

Durchführung: Gewöhnlich hat der Sondenton 220 Hz. Andere Frequenzen können in besonderen Fällen benutzt werden.

Indikation und Stellenwert: Anwendung für besondere Fälle vorbehalten.







DA2 Messung der absoluten Compliance



Prinzip: Bestimmung des Volumens der Höhle durch Sondenmessung.

Durchführung: Unbedingte Abdichtung der Sonde im Gehörgang. Direkte Ablesung der absoluten Compliance in äquivalenten cc-Werten.

Indikation und Stellenwert: Zur Feststellung von sehr kleinen Trommelfell-Perforationen oder der Durchlässigkeit von Paukenröhrchen.





DB Tubenmanometrie



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 1 3-5 2 M E


Prinzip: Abschätzung der Tubendurchgängigkeit, wenn das Trommelfell nicht dicht ist.

Durchführung: Feststellung von Änderungen des Druckes im äußeren Gehörgang entweder spontan oder beim Schlucken.

Indikation und Stellenwert: Prognostisches Element in der prä- und postoperativen Bilanz bei Operationen am Mittelohr.





DC Untersuchung des Stapediusreflexes



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 1-5 2 H E


Prinzip: Prüfung der Kontraktionen des M.stapedius durch Reizung des acustico-facialen Reflexbogens.Da der Reflex beidseitig und fast gleichzeitig auftritt, kann er durch ipsilaterale oder durch kontralaterale akustische Reizung untersucht werden.

Durchführung: Abschätzung der Verringerung der Compliace bei ipsilateraler oder kontralateraler akustischer Reizung im Bereich der maximalen Compliance des Trommelfells. Man verwendet entweder reine Töne der Frequenzen von 500 bis 4000 Hz oder weißes Rauschen (gefiltert oder ungefiltert).

Indikation und Stellenwert: Untersuchung der Funktion des akustico-facialen Reflexbogens sowohl im Bereich der neuralen Bahnen als auch des Trommelfell-Gehörknöchelchen-Apparates. Die Verwendung von weißem Rauschen kann es ermöglichen, beim Kinde die Hörschwelle abzuschätzen.





DC1 Reflex decay test



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 2 3-5 2 M E


Prinzip: Untersuchung der Veränderung der Amplitude des Stapedius-Reflexes.

Durchführung: Prüfung des Stapedius-Reflexes, der durch einen reinen Ton überschwelliger Intensität 10s lang ausgelöst wird und Abschätzung der Abnahme der Amplitude. Ist signifikant nur im Bereich der mittleren und tieferen Frequenzen.

Indikation und Stellenwert: Untersuchung auf retrocochleäre Schädigung.







DC2 Untersuchung der Morphodynamik des Stapedius-Reflexes



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 2 2-5 1 M E


Prinzip: Untersuchung der Beziehungen zwischen akustischer Reizstärke und Latenz, Amplitude und Form des Reflexes.

Durchführung: Prüfung der Antworten durch Registrierung.

Indikation und Stellenwert: Zusätzliches Element zur Auswertung der Impedanzmessung.







DC3 METZ-Test



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 2 2-5 2 H E


Prinzip: Abschätzung des Abstandes zwischen der Gehörschwelle und der Stapedius-Reflexschwelle für eine bestimmte Frequenz.

Durchführung: Analyse dieses Abstandes für jede untersuchte Frequenz am untersuchten Ohr. Eine signifikante Einengung dieses Abstandes deutet auf das Vorhandensein von Recruitment hin.

Indikation und Stellenwert: Geeignet zur Darstellung einer cochleären Schädigung.







E OTOAKUSTISCHE EMISSIONEN



EA Spontane otoakustische Emissionen (SOAE)



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 ? 1-5 2 G N


Prinzip: Spontane Schwingungen aus dem biomechanischen Teil des Innenohres.

Durchführung: Aufnahme mit einem Mikrophon im Gehörgang und Analyse zur Identifikation.

Indikation und Stellenwert: Die klinische Bedeutung muß noch definiert werden.

EB Evozierte otoakustische Emissionen (EOAE)



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 1-5 2 H E


Prinzip: Schwingungen aus dem biomechanischen Teil der Cochlea als Antwort auf einen akustischen Reiz.

Durchführung: Aufnahme mit einer Sonde im Gehörgang des Patienten, die als Sender und als Empfänger dient. Reizung mit Clicks, die gefiltert sein können. Analyse zur Identifikation (Reproduzierbarkeit, Spektrum).

Indikation und Stellenwert: Untersuchung des Funktionszustandes der äußeren Haarzellen der Cochlea. Wichtig für die Erkennung kindlicher Taubheit. Sehr brauchbar in der audiologischen Analyse in Hinblick auf die topografische Diagnostik und die Frage der Simulation. Entspricht nicht einer quantitativen Messung des Gehörs, läßt aber meistens den Ausschluß einer Schwerhörigkeit von mehr als 30dB zu in den mittleren und hohen Frequenzbereichen.







EB2 Cochleäre Distorsionsprodukte (DPOAE)



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 1-5 2 H E


Prinzip: Auslösung intracochleärer Distorsionsprodukte durch gleichzeitige Beschallung mit Ton-Bursts unterschiedlicher Frequenz.

Durchführung: Registrierung der Schwingungen, ausgelöst durch gleichzeitige Reizung des nichtlinearen biomechanischen Systems mit zwei Tönen unterschiedlicher Frequenz.

Indikation und Stellenwert: Der klinische Wert muß noch definiert werden. Wird von einigen als Möglichkeit angesehen für eine genauere Prüfung der cochleären Bereiche.











F AKUSTISCH EVOZIERTE POTENTIALE (AEP)



Prinzip: Registrierung von Veränderungen der bioelektrischen Aktivität der Hörbahn durch akustische Reizung.

Durchführung: Wahl der akustischen Reize und der Positionierung der Elektroden je nach Latenz der untersuchten Antworten. Registrierung der Mittelungen aus den Antworten.

Indikation und Stellenwert: Zur Ergänzung der subjektiven Audiometrie im Rahmen der Hörverlust-Bestimmung, der topografischen Diagnostik und zur Prüfung der Möglichkeit der Aggravation.











FA Elektrocochleografie (ECoG)



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 1-5 2 H Ex


Prinzip: Registrierung von Veränderungen der bioelektrischen Aktivität der Cochlea und des ersten Neurons.

Durchführung: Die benutzte Reize müssen kurz sein (Klicks, eventuell gefiltert, und Ton-Pips mit variabler Umhüllenden). Aktive Elektrode vorzugsweise am Promontorium (unter Allgemeinnarkose beim Kind) oder extratympanal. Analyse-Fenster 5ms.

Indikation und Stellenwert: Untersuchung der Schnecken-Funktion, eventuell mit Ergänzung durch Hirnstamm-Potentiale (BERA, siehe FB), wenn bei diesen Schwierigkeiten der Ableitung oder Interpretation bestehen. Sie kann auch genutzt werden bei Druckproblemen im Labyrinth.







FB Hirnstammpotentiale (AEBR; BERA, FAEP)



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 1-5 2 H E


Prinzip: Registrierung von Veränderungen der bioelektrischen Aktivität der Cochlea und der Hörbahn im Hirnstamm.

Durchführung: Gleiche Reize, wie sie bei der Elektrocochleografie benutzt werden. Oberflächenelektroden an Scheitel und Ohr.

Der Patient soll in einem Zustand der muskulären Entspannung sein, spontan oder induziert.

Analyse-Fenster 10-15ms (frühe Potentiale, FAEP).

Prüfung der Form und der Latenz der Antworten im gesamten überschwelligen Bereich und Aufsuchen der Reaktionsschwelle.

Indikation und Stellenwert: Grundlegende Untersuchung der evozierten Potentiale.







FC Mittellatente Potentiale (MLR, 40Hz)



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 3 2-5 2 G Ex


Prinzip: Registrierung von Veränderungen der bioelektrischen Aktivität der Hörbahn vom Mittelhirn bis zur Hirnrinde.

Durchführung: Gleiche Reize wie bei der Elektrocochleografie, aber auch kurze Ton- Bursts können benutzt werden. Der Patient soll in einem Zustand der muskulären Entspannung sein, Analyse-Fenster 0-50 oder 100ms. Oberflächenelektroden an Scheitel und Ohr. Untersuchung der Form, der Latenzen und der Schwellenwerte der Antworten.

Indikation und Stellenwert: Empfohlen als Ergänzung der FAEP zur Bestimmung der Hörschwellen für tiefe Töne oder in Zusammenhang mit neurologischen Fragestellungen.

FD Späte corticale Potentiale



FD1 Späte akustisch evozierte Potentiale (CAEP)



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 1 5 2 G E


Prinzip: Registrierung von Veränderungen der bioelektrischen Aktivität der sekundären und assoziativen Hörrinde.

Durchführung: Die Reize bestehen vorzugsweise aus langen Ton-Bursts einer bestimmten Frequenz.

Oberflächenelektroden an Scheitel und Ohr.

Entspannung der Muskulatur und der Vigilanz unentbehrlich.

Analyse-Fenster 0-500ms.

Erkennung der Antworten im überschwelligen Bereich und Schwellenbestimmung für jede einzelne Frequenz.

Indikation und Stellenwert: Anwendung zur Abklärung bei Verdacht auf Aggravation bei Jugendlichen und Erwachsenen. Seine Bedeutung ist abhängig von einer strengen Indikation und Methodik.



FD2 Kognitive AEP



Aufgabenst. Alter Kosten Zuverlässigk. BIAP-Empf.
Beschluß der BIAP-Komm. 23 1 5 2 H Ex


Prinzip: Registrierung von Veränderungen der bioelektrischen Aktivität der Hirnrinde, die mit der Erkennung eines bedeutsamen akustischen Reizes verknüpft sind.

Durchführung: Gleiches Registrierverfahren wie FD1. Analyse-Fenster mindestens 0- 1000ms.

Die Reizung erfolgt doppelt, bestehend aus einem konditionierenden akustischen Reiz und einem anderen (auditiv, visuell, taktil...), verbunden mit einer vorher festgelegten Aufgabe.

Indikation und Stellenwert: Objektivierung des Prozesses der Erkennung des Gegenstandes und Eingang zur Persönlichkeitsdarstellung.